Du schliefst mit mir, liebtest aber eine andere

Wir hatten unsere Schuhe ausgezogen und wanderten Hand in Hand durch das sommerlich-schwüle Berlin. Es fühlte sich an, wie wenn Teenager miteinander die ersten verliebten Schritte machen. Die Hitze des Tages übertrug sich aus dem Asphalt über unsere Füße in die Beine und unsere Köpfe. Kein Wind wehte an diesem Abend durch die Strassen und kein Hund bellte durch die Nacht, nur zwei Menschen die nicht zueinander gehörten liefen durch die Strassen.

Irgendwann blieben wir auf einer Brücke stehen, du nahmst meinen Kopf und führtest deine Lippen an meine. Der Kuss fühlte sich wohlig und warm an.

Wir zogen weiter und fanden ein kleines Lokal das noch offen hatte. Ein Platz in der hintersten Ecke, ein paar Nudeln mit etwas Wein und immer wieder deine zärtlichen Berührungen auf meiner Haut.

Es fühlte sich gut an, mein Körper glühte. Er wollte dich, du wolltest mich. Schon so oft hatten wir miteinander geschlafen. Immer wieder hast du mir geschrieben und mich um ein Date gebeten. Ich stimmte zu und genoss die Abende, manchmal auch die Tage, mit dir.

Im Hotel hast du mich verwöhnt. Deine Liebe und deine Kraft haben mich immer voll beansprucht. Dich zu spüren ist immer ein Erlebnis gewesen.

An einem Abend hast du mich überrascht. Die Hitze der Nacht ließ wohl die wenigsten Menschen schlafen, so lagen wir nebeneinander. Ich hörte deinen Atem, die Ruhelosigkeit übertrug sich auf mich und dann hast du geweint.

Die Tränen strömten, kaum zu halten ergossen sie sich über mich.

Jede Minute die wir miteinander verbrachten hatten, wurden zu Tausenden von Tränen. Du hast mit mir geschlafen, aber eine andere geliebt. In dieser Nacht hast du es gespürt und dich dafür geschämt. Du konntest es in meinen Armen und dafür bin ich dir dankbar. Die Wahrheit dieser Nacht, die Stunden in meinem Arm in denen du dir deine Fehler eingestanden hast, haben mich tief berührt.

Wir haben uns lange nicht gesehen, heute musste ich ein Gebet für dich sprechen. Ein letzter Gruss von mir an Dich. An den Mann der so stark und verletzlich gewesen ist und dessen Frau ich immer beneidet habe, weil du sie so geliebt hast.

Möge deine Überfahrt über den Styx gelingen. Meinen Obolus habe ich dem Fährmann gegeben.

Ich denke an dich mein Liebster mit deinen Worten –

Welch eine Nacht, ihr Götter und Göttinnen!
Wie Rosen war das Bett! Da hingen wir
Zusammen im Feuer und wollten in Wonne zerrinnen!
Und aus den Lippen flossen dort und hier,
Verirrend sich, unsre Seelen in unsre Seelen! –
Lebt wohl, ihr Sorgen, wollt ihr mich noch quälen?
Ich hab‘ in diesen entzückenden Sekunden,
Wie man mit Wonne sterben kann, empfunden.

Veröffentlicht von Champusgirl

Lebenslustige Berlinerin mit der Hometown Frankfurt. Beruflich in der Tourismusbranche unterwegs und als Escortdame eine Männersammlerin. Champagner mag ich wie kein zweites Getränk. ich liebe Reisen, intelligente Männer und gutes Essen (mehr als ein Salatblatt).

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