Ist #Escortgate einfach nur eine gute Inszenierung?

In den letzten Tagen habe ich von Seiten einer Mitarbeiterin von deutsche-startups.de den Hinweis bekommen, dass ich mich über #Escortgate doch freuen soll. Der Grund: Mein Blog habe davon profitiert.

Was deutsche-startups.de nicht versteht

Aus Sicht von deutsche-startups.de ist es sicherlich richtig sich zu freuen, wenn der Traffic auf einer Webseite steigt. Vielleicht denken sie auch, dass ich jetzt mehr Anfragen von Kunden bekomme. Was in das Weltbild von DS über Escorts passen würde.

Mir ging es aber nicht um Traffic, sondern um eine Haltung. Dies ist ein Unterschied. Die Betreiber von DS haben aber auch andere Gründe für den Betrieb ihrer Webseite, als ich mit dieser Seite.

Inszenierung eines Skandals?

In der Zwischenzeit glaube ich die ganze #Escortgate – Story ist inszeniert, damit nämlich genau das passiert, was mir die DS-Redakteurin immer wieder als Vorteil verkaufen möchte: Steigender Traffic.

Wer hat eigentlich den Hashtag #Escorgate erfunden. In meiner Twitter-Timeline sieht es so aus, als ob er von deutsche-startups.de zuerst verwendet wurde.

Das Thema wurde auf der Webseite bereits in drei verschiedenen Artikeln aufbereitet. Die anderen Medien haben dabei, aus meiner Sicht ziemlich ungeprüft, die Haltung von DS übernommen. Der allgemeine Tenor ist, es habe dort Prostituierte auf dem Event gegeben. Davon hätten die Veranstalter nichts gewusst und das habe Schaden und Schande über den Event gebracht. Schaden und Schande haben die Veranstalter über sich selbst gebracht, weil sie die Erhöhung der Frauenquote anstatt mit hochkarätigen Sprecherinnen aus der Digitalbranche lieber über einen PR-Event einer Paysexdating-App erreichen wollten.

Diese Idee ging wohl nach hinten los und nun möchte niemand etwas gewusst haben, wobei daran darf gerne gezweifelt werden, denn bereits in der Vergangenheit soll es bei Axel-Springer ein Rundruf unter weiblichen Angestellten gegeben haben, in dem zur Teilnahme am Abendevent gebeten wurde, für Verwirrung gesorgt haben.

Laut einer Mitarbeiterin von deutsche-startups.de sollen, entgegen der eigenen Berichte, nicht nur Damen der Pia Poppenreiter – App Ohlala vor Ort gewesen sein, sondern auch Damen einer anderen Agentur.

Mit ein paar Escorts, der Aussage „Nutten halt“ und der Behauptung die Veranstaltung sei gekapert worden, konnte DS eine schöne kleine Skandalstory rund um die sonst teilweise eher drögen Themen auf ihrer Seite stricken. Dazu ein paar Damen die sich aufregen, weil Frauen bei der Veranstaltung sonst eher in der Minderheit sind, und nun die Frauenquote über Paysexdamen aufgepimpt wurde. Fertig ist der Skandal.

Welcher Skandal eigentlich? Ist Berlin sonst nicht so tolerant und sexy? Was machen da ein paar Sexarbeiterinnen auf einem, wohl sonst eher langweiligen, Event aus?

Laut einem Kommentar von deutsche-startups.de, hier im Blog,hat sich die Ehefrau eines Gastes über die Anwesenheit mit der Aussage „..alles Nutten“ aufgeregt. Im Artikel wird diese Dame aber als „langjährige und sichtlich irritierte Noah-Teilnehmerin“ beschrieben. Wobei auch Ehefrauen von Speakern langjährige Teilnehmerinnen sein können. Es macht sich allerdings besser, wenn es den Eindruck erweckt es sei eine Speakerin oder ein zahlender Gast der sich aufregt, anstatt einer Ehefrau die sich Sorgen um das Seeleneheil ihres Gatten macht, weil dieser von bösartigen Prostituierten angesprochen werden könnte.

Was ist also dran am #Escortgate und wie beschädigend ist dieser Sturm im Wasserglas für die NOAH17 wirklich.

Profitiert hat bisher hauptsächlich deutsche-startups.de. Die auch als einzige offenbar Informationen aus erster Hand hatten und die nun plötzlich davon sprechen es sei eine Kampagne gegen Sexismus.

Sexismus pur!

Der erste Artikel von DS zeigt eine klare Geisteshaltung der DS-Macher gegenüber Sexarbeiterinnen. Der Skandal sind Frauen gewesen die Sex gegen Geld anbieten. Nicht die Tatsache, dass es offenbar auf dieser Veranstaltung genügend Männer gibt die solche Dienstleistungen gerne in Anspruch nehmen. Keine der Damen wäre wohl zu dieser Veranstaltung gekommen, wenn es nicht bereits Erfahrungswerte über die Möglichkeit eines erfolgreichen Geschäftsabschluss gegeben hätte.

Auch die Überschrift ist ein klares Statement „#EscortGate – Escort-Ladies auf der Noah! Geht gar nicht!“. Der Aufreger sind die Escorts und nicht die niedrige Frauenquote bei den NOAH-Speakern. Hätte man hier eine Kampagne gegen Sexismus lostreten wollen, dann hätte dies auch ohne den Event stattfinden können. Die Escorts sind der Aufreger und ansonsten wäre die Frauenquote in der Redaktion von DS wohl eher in der Schublade geblieben

Im ersten Artikel hatte ich es bereits darüber geschrieben wie normal Escorts auf Events und Messen jeglicher Art sind.

Einsame Männer auf öden Firmenveranstaltungen sind eine Klientel die sich gerne einmal den Abend in den Armen einer schönen Frau verlängern.

Es ist einfach purer Sexismus von DS, wenn nur den Frauen die Schuld gegeben wird. Es spricht auch nicht für alle anderen Medien, die diese Haltung zum großen Teil übernommen haben.

Richtig ist, dass es traurig ist, wenn kompetente Frauen aus der Digital-Branche nicht eingeladen werden, weil die Herren unter sich bleiben möchten. Ist es vielleicht die Angst vor den Eulen in Athen, weil ja in der Vergangenheit immer ein paar Damen verfügbar gewesen sind?

Hier ist der Skandal und darauf sollte sich konzentriert werden und nicht eine Geisteshaltung an den Tag gelegt werden, die Sexarbeiterinnen verunglimpft in dem sie als Nutten bezeichnet werden die sich billig und auffällig anziehen, mit Kreditkartengeräten winken und Männer ansprechen. Alles das sind keine üblichen Verhaltensweisen die echte Escorts an den Tag legen. Vielleicht haben ein paar Leute einfach die falschen Damen auf den Event geschickt, weil dort niemand Erfahrung mit dem wahren Business hat.

Es wird von DS auch klar unterschieden zwischen den Frauen die nicht auf der NOAH sprechen durften und den angeblich ungebetenen Gästen. Die Macher geben sich mit einer raschen Entschuldigung von Ohlala zufrieden und fragen nicht weiter nach wer wirklich hinter der Einladung steckt. Zu gross ist vieleicht auch die Abhängigkeit in Start-Up-Berlin von großen Playern wie ASV und den NOAH-Veranstaltern die sich auch nur überrascht zeigen.

Vielleicht wurde die ganze Story auch nur publiziert, damit die Veranstalter eine medienwirksame Plattform haben um sich zu entschuldigen, da sind die Escorts ein gutes Bauernopfer und die Veranstalter können ihre Hände in Unschuld waschen. Steigender Traffic ist dann nur noch ein positives Abfallprodukt und nicht der eigentliche Grund für den plötzlichen Abstieg der DS-Redaktion in die Untiefen des Skandaleventjournalismus.

Ich habe versucht Pia Poppenreiter zu erreichen um ein paar Fragen rund um ihre Damen zu klären, aber da wir beide Frauen mit vollen Terminkalendern sind,hat dies noch nicht geklappt. Vielleicht klärt sich ja hier noch einiges auf. Auch wäre ich einmal dankbar, wenn sich eine Dame die vor Ort gewesen ist einmal melden würde.

Veröffentlicht von Champusgirl

Lebenslustige Berlinerin mit der Hometown Frankfurt. Beruflich in der Tourismusbranche unterwegs und als Escortdame eine Männersammlerin. Champagner mag ich wie kein zweites Getränk. ich liebe Reisen, intelligente Männer und gutes Essen (mehr als ein Salatblatt).

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